Erinnerungsstätten Gefallener aus dem zweiten Weltkrieg - Begegnungsstätten und Mahnung auch heute!

Seit dem Abzug der sowjetischen / russischen Truppen aus Deutschland im Jahre 1994 kommen Vertreter des Veteranenverbandes dieser Truppen in jedem Monat Mai nach Deutschland. Anläßlich des Tages des Sieges über den Faschismus besuchen sie dann die Grab- und Erinnerungsstätten ihrer Gefallenen aus dem letzten Jahr des zweiten Weltkrieges, ihres Großen Vaterländischen Krieges. Seit 1996, und mit nur zwei Jahren Unterbrechung im Zusammenhang mit dem Tot des letzten Oberkommandierenden und anschließend langjährigen Präsidenten des Verbandes, Generaloberst a.D. Matwej Prokowjewitsch Burlakow, durfte ich einen Teil dieser Delegationen bei Ihren Aufenthalten in Wünsdorf und Baruth begleiten und betreuen.

 

Nach dem Besuch des Baruther Ehrenfriedhofs und der Ehrung der mehr als 1000 dort beigesetzten Sowjetsoldaten waren die anschließenden gemeinsamen Stunden mit den ehemaligen Kampfgefährten aus dem großen Land herzliche Begegnungen im familieren Kreis. Daran haben bei mir weder die Enttäuschungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der DDR durch die Kremlnomenklatura, noch unsere Auslieferung an die bundesdeutsche Judikative anläßlich der gemeinsamen "brüderlichen" Stunden und der Strickjackendiplomatie  von Kohl und Gorbatschow am Flußufer des Selemtschuk im Kaukasus und der dort durch Gorbatschow entsorgte Vorschlag von Marschall Sergei Fjodorovitch  Achromejew zum Umgang mit DDR- Verantwortungsträger im Zuge der deutschen Einheit etwas geändert. Ich erlebe solche  Stunden nun seit vier Jahren gemeinsam mit Generalen und Offizieren des "Verband(es) zur Pflege der Traditionen der NVA und Grenztruppen der DDR". Das möchte ich nicht mehr missen, denn das gibt diesen Treffen einen ganz anderen, auch offiziellen Charakter.  Wir wissen aus bitterer Erfahrung zwischen den Erscheinungen und ihrem politischen Wesen zu unterscheiden. Der eine oder andere unserer einstigen Waffenbrüder hat das in den letzten Jahren im Umgang mit den Offiziellen hier zulande offenbar gelernt. Darüber bin ich froh.

 

  

 

 

 

 

 

Neben den im Laufe der Jahre weiter gewachsenen persönlichen Anknüpfungspunkten drehten sich besonders in diesem Jahr die Gespräche um das uns alle beängstigende Verhältnis der politischen Eliten in Mittel - und Westeuropa  und der USA zu Russland und Belarus.

 

Wir versprachen uns, ganz im Sinne unseres Aufrufs "Soldaten für den Frieden", fester in unseren Verbänden zusammen zu arbeiten und uns bald und gesund wieder zu treffen - spätestens im Mai 2018.

 

Frithjof Banisch, Oberst a.D.